Die beiden Schächer am Kreuz neben Jesus
Am Kreuz Jesu hingen zwei Männer – berühmt geworden als die beiden Schächer. Während Jesus am Kreuz starb, wurden zwei Verbrecher rechts und links von ihm hingerichtet, wie in den Evangelien beschrieben. Einer von ihnen, traditionell Dismas genannt, wird oft als der „bußfertige Schächer“ bezeichnet. Er erkannte Jesus als Messias und bat ihn: „Gedenke mein, wenn du in dein Reich kommst.“ Jesus antwortete: „Wahrlich, ich sage dir: noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Der andere, genannt Gismas oder Kosmas, spottete hingegen über Jesus und forderte ihn auf, sich und sie zu retten. Seine Haltung steht für Spott und Unglauben in der Stunde der Entscheidung.
In der künstlerischen Darstellung des Kreuzes wird Dismas meist rechts von Jesus gezeigt, während Gismas links steht. Auffällig ist die symbolische Neigung der Köpfe: Jesus neigt sein Haupt nach rechts – zu Dismas hin –, Dismas neigt sich nach links, hin zu Jesus, während Gismas sich abwendet. Diese Gesten unterstreichen die innere Haltung jedes Einzelnen: Annahme oder Ablehnung Christi in seiner Stunde des Leidens.
Die Geschichte der beiden Schächer erinnert daran, dass es selbst am Ende, in der letzten Stunde, noch Raum für Umkehr gibt. Dismas, obwohl ein Verbrecher, wird in der katholischen Tradition als Heiliger verehrt – ein Zeichen dafür, dass Barmherzigkeit bis zum letzten Atemzug möglich ist.
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