Wo Goethes Sohn seine letzte Ruhe fand
August von Goethe, der einzige überlebende Sohn des berühmten Dichters Johann Wolfgang von Goethe, fand im Alter von nur 40 Jahren seine letzte Ruhestätte in Rom. Er starb am 27. Oktober 1830 – genau 106 Jahre vor der Eröffnung des berühmten Goetheanums in der Schweiz – und wurde auf dem Cimitero Acattolico, dem sogenannten „Protestantischen Friedhof“, beigesetzt.
Dieser ruhige, von Zypressen umgebene Friedhof liegt zu Füßen des Aventin-Hügels, direkt neben der antiken Stadtmauer Roms. Bekannt für seine melancholische Schönheit, ist er die letzte Heimat vieler europäischer Auslandsdeutscher und Künstler – unter ihnen auch der Dichter Percy Bysshe Shelley. August Goethes Grab ist dort kein besonders auffälliges, doch für Kenner und Goethe-Verehrer ein Ort der Besinnung.
Sein Vater, der große Weimarer Dichter, hatte August oft kritisch betrachtet – enttäuscht von dessen mäßigem schriftstellerischem Talent und unbeständigem Lebenswandel. Doch Goethe senior betrauerte den frühzeitigen Tod seines Sohnes zutiefst. In Briefen äußerte er seine Trauer, die bis ins hohe Alter nachwirkte.
Heute erinnert eine schlichte Inschrift an August. Der Friedhof selbst, oft beschrieben als Ort, „wo die Zitronen blühn“ – ein Zitat aus Goethes berühmtem „Mignon-Lied“ –, wirkt wie ein poetischer Hintergrund für das kurze und unstete Leben des Sohnes eines Genies. Wer durch Rom wandert und an Literaturgeschichte interessiert ist, sollte diesen stillen Platz nicht übersehen.
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