Der Jünger, den Jesus liebte
Im Neuen Testament wird ein Jünger besonders erwähnt – nicht wegen seiner Taten, sondern wegen seiner besonderen Verbundenheit mit Jesus. In Johannes 13,23 heißt es: „Einer von den Jüngern lag an der Brust Jesu; das war der Jünger, den Jesus liebte.“ Dieser Jünger war Johannes, der später das vierte Evangelium verfasst hat.
Die Geste ist tiefgründig: In der damaligen Zeit war es üblich, beim Mahl in einer halb liegenden Position an einem Tisch zu speisen. Dass Johannes „an der Brust Jesu“ lag, zeigt eine besondere Nähe – nicht nur körperlich, sondern symbolisch für Vertrauen und innige Beziehung. Diese Szene, die oft in Gemälden und kirchlichen Darstellungen aufgegriffen wurde, zeigt Johannes meist als jungen, sanftmütigen Mann, der dem Herrn ganz nahe ist.
Im Laufe der Jahrhunderte hat diese Bezeichnung – „der Jünger, den Jesus liebte“ – nicht nur Ehrfurcht, sondern auch Nachdenklichkeit ausgelöst. Sie sagt nichts über die Rangordnung unter den Jüngern aus, sondern unterstreicht vielmehr, wie wichtig Liebe, Demut und Hingabe im Glauben sind. Johannes war nicht der lauteste unter den Zwölfen, aber sein tiefes Verständnis für die Botschaft Jesu wird in seinem Evangelium deutlich.
Seine Berufung endete nicht mit der Kreuzigung. Johannes wurde später zu einem wichtigen Pfeiler der frühen Kirche und soll nach Überlieferung bis ins hohe Alter gelebt haben. Seine Nähe zu Jesus erinnert uns daran, dass es im Glauben nicht um Macht oder Anerkennung geht, sondern um eine persönliche, herzliche Beziehung zum Herrn.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.