Welcher Beruf passt zu Narzissten?

Wer sich fragt, in welchen Berufen narzisstische Persönlichkeitszüge besonders häufig vorkommen, stößt auf überraschende Ergebnisse. Laut Beobachtungen aus der Arbeits- und Persönlichkeitsforschung finden sich Menschen mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein und dem Bedürfnis nach Anerkennung oft in Berufen, in denen sie im Mittelpunkt stehen. Dazu gehören beispielsweise Journalisten, die durch ihre Auftritte und Artikel Aufmerksamkeit erhalten, oder Polizisten, die Autorität ausstrahlen und im Fokus stehen können.

Auch Geistliche oder Köche – vor allem in der gehobenen Gastronomie – agieren oft in Funktionen, in denen Charisma, Präsenz und ein gewisses Maß an Distanz eine Rolle spielen. Selbst Beamte können in bestimmten Positionen narzisstische Züge aufweisen, besonders wenn sie Macht und Kontrolle über Prozesse oder andere Personen ausüben können.

Interessant ist jedoch, dass Berufe mit starkem Bezug zu Mitgefühl, Sorgfalt oder struktureller Zurückhaltung deutlich weniger narzisstische Tendenzen aufweisen. Sozialarbeiter, Handwerker, Kosmetiker, Kulturschaffende oder Buchhalter arbeiten oft im Hintergrund, ohne das Bedürfnis nach ständiger Anerkennung. Ihre Arbeit basiert mehr auf Teamarbeit, Genauigkeit oder direkter Fürsorge – Eigenschaften, die wenig Raum für narzisstisches Verhalten lassen.

Es ist also nicht so sehr der Beruf, der jemanden narzisstisch macht, sondern vielmehr, wie gut der Job bestimmte Persönlichkeitsmerkmale fördert – oder eben nicht.

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