Was hilft gegen Quallenstiche? Essig ist der erste Helfer
Wenn ein Badegast von einer Qualle gestochen wird, zählt jede Minute. Die schmerzhafte Berührung mit den Nesselzellen kann heftige Reaktionen auslösen – von brennenden Schmerzen bis zu allergischen Reaktionen. Doch was hilft wirklich? Laut Experten wie dem Toxikologen Andreas Wilcox ist die Antwort klar: handelsüblicher Essig.
Essig – also Acetonessigsäure in einer Konzentration von etwa 4 bis 8 Prozent – hilft dabei, die noch aktiven Nesselzellen auf der Haut zu deaktivieren. Wichtig ist jedoch: Es darf keine Essigessenz verwendet werden. Diese ist zu konzentriert und kann die Haut zusätzlich reizen. Auch andere Hausmittel wie Alkohol, Sand oder Urin sind laut Studien nicht nur unwirksam, sondern können die Situation sogar verschlimmern, da sie weitere Nesselzellen zum Platzen bringen können.
Die korrekte Erste-Hilfe-Maßnahme lautet daher: Die betroffene Stelle großflächig mit Essig benetzen, mindestens 30 Sekunden lang. Dadurch wird verhindert, dass noch mehr Gift freigesetzt wird. Anschließend sollten vorsichtig eventuell sichtbare Tentakel mit einer Pinzette oder stumpfen Kante entfernt werden – niemals mit bloßen Händen. Danach kann die Haut mit Meerwasser gespült werden, nicht mit Süßwasser, da dieses die Zellen ebenfalls reizen kann.
In schweren Fällen – etwa bei Atemnot, Schwindel oder starken Schwellungen – ist sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Doch schon am Strand kann eine schnelle und richtige Reaktion mit einfachem Essig viel Leid verhindern. Wer in Gegenden schwimmt, in denen Quallen vorkommen, sollte daher am besten immer eine kleine Flasche Essig im Strandkoffer haben.
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