Welcher akademische Titel steht über dem Doktor?

In Deutschland genießen akademische Titel einen hohen Stellenwert, doch bei der genauen Rangordnung entsteht oft Verwirrung. Die klare Antwort lautet: Der Professor rangiert über dem Doktor. Während der Doktortitel (Dr.) den höchsten akademischen Grad darstellt, den man durch eine wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) erwirbt, ist der Professor im strengen Sinne eine Berufsbezeichnung beziehungsweise ein Amt an einer Hochschule.

Dennoch gilt im alltäglichen und offiziellen Gebrauch die Regel, dass der höhere Titel die niederen Ränge dominiert. Wer sich durch eine Habilitation weiterqualifiziert und auf einen Lehrstuhl berufen wird, führt die Bezeichnung Professor. Ein Professor hat in der Regel bereits promoviert, trägt also meist den Grad eines Dr. habil. oder Prof. Dr.

Für die Korrespondenz und die mündliche Anrede gilt eine einfache Faustregel zur Vermeidung von Fettnäpfchen: Der höchste Titel sticht. Besitzt eine Person mehrere Titel, wird der Einfachheit halber nur der höchste genannt. In der Anrede heißt es daher schlicht „Guten Tag, Herr Professor“ oder „Sehr geehrte Frau Professorin“. Der Doktortitel fällt in der mündlichen E-Mail- oder Briefanrede meist weg, um die Formulierung nicht unnötig zu überladen.

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