Warum Frauen häufiger unter psychischen Erkrankungen leiden

Studien zeigen: Frauen sind statistisch gesehen häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen als Männer. Besonders auffällig ist dies bei Depressionen und Angststörungen. Laut Experten wie Prof. Dr. Stengler spielen hier mehrere Faktoren zusammen – biologische, soziale und verhaltensbezogene.

Biologische Unterschiede spielen eine entscheidende Rolle. Hormonelle Schwankungen, etwa im Zusammenhang mit der Menstruation, Schwangerschaft oder den Wechseljahren, können die Stimmung beeinflussen und das Risiko für psychische Probleme erhöhen. Doch auch das Umfeld zählt: Frauen erleben oft höhere Belastungen durch Beruf, Familie und Pflege – ein Phänomen, das als „Doppel- oder Dreifachbelastung“ bekannt ist.

Interessant ist auch, dass Depressionen bei Männern anders verlaufen als bei Frauen. Männer neigen dazu, ihre Gefühle weniger offen auszudrücken. Stattdessen zeigen sie oft Wut, Rückzug oder suchen Ablenkung durch Arbeit, Alkohol oder riskantes Verhalten. Das führt dazu, dass psychische Probleme bei Männern seltener erkannt und behandelt werden – obwohl sie genauso betroffen sein können.

Ein weiterer Punkt ist das Gesundheitsverhalten: Frauen gehen im Durchschnitt häufiger zum Arzt und sprechen eher über emotionale Belastungen. Männer hingegen suchen Hilfe oft erst im fortgeschrittenen Stadium einer Erkrankung. Das kann die Behandlung erschweren.

Es geht also nicht nur darum, wer stärker betroffen ist, sondern auch darum, wie die Erkrankungen auftreten und wahrgenommen werden. Sensibilisierung und geschlechtersensible Ansätze in der Medizin können helfen, beide Seiten besser zu verstehen und gezielter zu unterstützen.

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