Die teuerste Straße der Welt – auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean
Wenn man an die teuerste Straße der Welt denkt, fallen einem vielleicht Megacitys wie New York, Tokio oder London ein. Doch die Antwort liegt fernab der Metropolen – auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean. Hier entsteht die sogenannte Nouvelle Route du Littoral, ein ehrgeiziges Bauprojekt, das nicht nur technisch, sondern auch finanziell Rekorde bricht.
Die neue Küstenstraße soll die alte ersetzen, die immer wieder unter Naturgewalten leidet: Steinschläge, Stürme und hoher Wellengang machen den Verkehr unsicher und unterbrechen ihn regelmäßig. Um das zu verhindern, wird nun eine kilometerlange, teilweise auf Stelzen gebaute Route errichtet – direkt über dem Meer. Diese Konstruktion schützt vor Erosion und Gesteinsabgang, ist aber extrem aufwendig.
Schon heute gilt die Nouvelle Route du Littoral als eine der teuersten Straßen pro Kilometer weltweit. Die Kosten liegen im zweistelligen Milliardenbereich – eine gigantische Summe für eine Insel mit knapp über 800.000 Einwohnern. Doch die Investition ist notwendig: Diese Straße verbindet die Hauptstadt Saint-Denis mit dem Flughafen und ist für die Versorgung der Insel unverzichtbar.
Das Projekt zeigt, wie teuer Infrastruktur werden kann, wenn sie gegen die Natur bestehen muss. Während auf dem Festland Straßen oft durch Wälder oder Berge führen, muss hier der Ozean bezwungen werden. Die teuerste Straße der Welt ist also kein Symbol für Luxus, sondern für Herausforderung, Ingenieurskunst und den Willen, eine isolierte Region sicher und zuverlässig zu verbinden.
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