Kann man nass in nass lackieren?
Die Technik „nass in nass“ klingt praktisch: Eine neue Farbschicht wird direkt auf eine noch feuchte Schicht aufgetragen, ohne lange Wartezeit. Doch laut Ulf Feuerstein, Geschäftsführer des Schwedischen Farbenhandels, ist dieses Vorgehen bei vielen Farbarten keine gute Idee.
„Nass in nass“ setzt voraus, dass die erste Schicht nur kurz abgelüftet wird, bevor die nächste folgt. Theoretisch spart das Zeit – in der Praxis aber kann es zu Problemen führen. Nicht alle Farben sind dafür geeignet. Vor allem Dispersionsfarben oder andere wasserbasierte Anstriche können bei zu schneller Überarbeitung Blasen werfen, ungleichmäßig werden oder schlecht haften.
Feuerstein warnt: „Das funktioniert bei einer Vielzahl von Farbarten einfach nicht.“ Jede Farbe hat ihre eigene Trocken- und Aushärtungsphase. Wer hier abkürzt, riskiert am Ende ein unebenes Ergebnis oder sogar Rissbildung. Besonders bei Renovierungen im Innenbereich lohnt es sich daher, die Herstellerangaben genau zu prüfen.
Wer sicher gehen will, sollte zwischen den Anstrichen die empfohlene Trockenzeit einhalten. Das ist zwar etwas zeitaufwändiger, führt aber zu einem dauerhaften und gleichmäßigen Finish. In vielen Fällen ist der klassische Weg – trocken auf trocken lackieren – einfach der bessere.
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