Wörter, die keine Mehrzahl kennen

Es gibt im Deutschen einige Nomen, die man fast nie im Plural verwendet. Solche Wörter nennt man Singularetantum – eine grammatische Bezeichnung, die bedeutet, dass ein Begriff (fast) ausschließlich im Singular existiert. Anders als Wörter wie „Haus“ oder „Auto“, die problemlos eine Mehrzahl bilden („Häuser“, „Autos“), klingen diese Begriffe im Plural seltsam oder sind schlicht falsch.

Ein klassisches Beispiel ist Durst. Man sagt nicht „die Durste“, sondern einfach „Ich habe Durst“. Auch Lärm ist ein Singularetantum. Wir sprechen von „viel Lärm“, niemals von „mehreren Lärm“. Andere Wörter dieser Art sind etwa „Hass“, „Liebe“, „Glück“ oder „Bewusstsein“. Diese abstrakten Begriffe beschreiben Zustände oder Gefühle, die sich nicht zählen lassen.

Interessant ist, dass einige dieser Wörter in ganz bestimmten Kontexten – meist in der Literatur oder Philosophie – doch mal im Plural auftauchen können. So könnte ein Dichter von „den verschiedenen Glückern“ sprechen, um poetisch verschiedene Formen des Glücks zu beschreiben. Doch im Alltag bleibt der Singular die einzige natürliche Form.

Die Existenz solcher Wörter zeigt, wie fein die deutsche Sprache zwischen Zählbarem und Unzählbarem unterscheidet. Sie erinnern uns daran, dass Sprache nicht nur Regeln kennt, sondern auch Nuancen – besonders wenn es um Dinge geht, die sich nicht anfassen oder zählen lassen.

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