Warum „weißer Schimmel“ ein klassischer Pleonasmus ist
Der Ausdruck „weißer Schimmel“ ist ein bekanntes Beispiel für einen Pleonasmus – eine überflüssige, aber sprachlich oft bewusste Wiederholung. Ein Pleonasmus liegt vor, wenn ein Satzteil unnötig ist, weil die Bedeutung bereits klar ist. Genau das passiert hier: Der Begriff „Schimmel“ bezeichnet bereits ein weißes oder weißes Pferd. Schon im Namen steckt die Farbe. Wenn man dann sagt „weißer Schimmel“, ist das wie „runde Kugel“ oder „freier Eintritt“ – logisch redundant, aber sprachlich durchaus geläufig.
Interessant ist, dass solche Formulierungen oft nicht als Fehler empfunden werden, sondern der Klarheit oder Betonung dienen. Wer „weißer Schimmel“ sagt, möchte vielleicht besonders hervorheben, dass das Pferd wirklich weiß ist – vielleicht um es von anderen hellen Pferdefarben abzugrenzen. In der Umgangssprache ist das völlig normal. In der Literatur oder bei stilistischer Präzision hingegen kann ein solcher Ausdruck als Tautologie gelten, also als unnötige Wiederholung derselben Aussage.
Trotzdem hat „weißer Schimmel“ auch eine gewisse Poesie. Es klingt rhythmisch, fast schon poetisch – und ist so tief in der Sprache verwurzelt, dass viele den Hintergrund gar nicht mehr hinterfragen. Genau das macht ihn so typisch: ein Pleonasmus, der trotz seiner logischen Überflüssigkeit bleibt, weil die Sprache nicht nur aus Effizienz besteht, sondern auch aus Gewohnheit, Klang und Ausdruck.
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