Der Pionier aus Selm: Horst Mühlmann und sein Weg in die NFL

Heute ist es nicht ungewöhnlich, deutsche Namen in der NFL zu hören – aber vor über fünf Jahrzehnten war das undenkbar. Der erste Deutsche, der es in die höchste amerikanische Football-Liga schaffte, war Horst Mühlmann aus Selm. Sein Weg dorthin war ungewöhnlich und fast ein wenig zufällig.

Ursprünglich träumte Mühlmann von einer Karriere im Fußball. Er spielte sogar in der Jugend für den BVB, bevor er später als Torwart bei Schalke 04 landete – allerdings nur im Kader, ohne Bundesligaeinsatz. Doch dann kam die Wende: Ein Zufall brachte ihn zum American Football. Während einer Studienaufenthalts in den USA entdeckte er die Sportart für sich. Seine Körpergröße und seine Athletik machten ihn ideal für die Position des Kickers.

1967 wechselte er zurück in die USA – diesmal als Profi. Zuerst spielte er in der rivalisierenden AFL, der American Football League, für die Cincinnati Bengals. Als die Ligen 1970 fusionierten, gehörte er zu den Spielern, die den Sprung in die vereinte NFL schafften. Mit den Green Bay Packers gewann er 1972 sogar ein Playoff-Spiel – eine besondere Pioniertat für einen deutschen Athleten zu dieser Zeit.

Horst Mühlmann blieb bis 1975 aktiv und legte damit den Grundstein für künftige deutsche Spieler wie Markus Koch oder aktuell Myles Hartsfield. Doch er war mehr als nur ein Vorkämpfer: Er bewies, dass ein Junge aus einer kleinen Stadt im Ruhrgebiet es bis in die Football-Hallen Amerikas schaffen konnte.

Sein Name steht heute als Symbol für Mut, Anpassungsfähigkeit und den Glauben an das Ungewöhnliche – ein echter Wegbereiter.

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