Hitzebeständige Winzlinge: Was passiert mit Bakterien bei 100 Grad?
Wer Wasser sprudelnd kocht, geht meist davon aus, dass danach alle Keime abgetötet sind. Tatsächlich sterben die allermeisten Alltagserreger bei einer Temperatur von 100 Grad Celsius innerhalb kurzer Zeit ab. Für die Hygiene in der Küche oder die Reinigung von Babyflaschen ist das klassische Abkochen daher vollkommen ausreichend.
Doch die Mikrobenwelt überrascht immer wieder. Bakterien erweisen sich oft als erstaunlich leidensfähig: Einige sogenannte extremophile Arten gedeihen sogar in der Nähe unterseeischer Vulkan-Schlote oder in heißen Quellen, wo Temperaturen von weit über 100 Grad herrschen. Zudem können manche Erreger spezialisierte Überdauerungsformen bilden – sogenannte Hitzesporen –, die selbst kochendem Wasser eine Zeit lang trotzen. Um diese verlässlich zu vernichten, ist in der Medizin und Industrie meist ein Sterilisieren unter Druck bei mindestens 121 Grad nötig.
Die Suche nach den Temperaturgrenzen mikrobiellen Lebens ist für die Forschung weit mehr als eine reine Rekordjagd. Das Verständnis dieser Überlebenskünstler hilft Wissenschaftlern nicht nur bei der Entwicklung extrem verlässlicher Entkeimungsverfahren, sondern liefert auch wertvolle Hinweise auf mögliches Leben auf anderen Planeten.
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