Wann ist eine Lebertransplantation nicht mehr möglich?
Eine Lebertransplantation ist oft die letzte Rettung für Menschen mit schweren, fortgeschrittenen Lebererkrankungen. Allerdings kommt dieser lebensrettende Eingriff nicht für jeden Patienten infrage. Medizinisch spricht man in solchen Fällen von sogenannten Kontraindikationen beziehungsweise Gegenanzeigen, die eine Operation zu einem unkalkulierbaren Risiko machen würden.
Ein zentraler Ausschlussgrund ist ein stark verschlechterter Allgemeinzustand des Patienten. Wenn die Gesundheit so weit geschädigt ist, dass die Lebenserwartung selbst kurzfristig massiv eingeschränkt ist, würde der schwere chirurgische Eingriff den Körper zu sehr belasten. Auch Organversagen außerhalb der Leber spielt eine entscheidende Rolle: Liegt beispielsweise ein schwerer Lungenhochdruck (pulmonale hypertonie) vor, ist das Narkose- und Operationsrisiko schlichtweg zu hoch.
Darüber hinaus verhindert eine aktive Tumorerkrankung außerhalb der Leber das Verfahren, sobald diese die mittelfristige Überlebenschance signifikant reduziert. Nach einer Transplantation muss das Immunsystem durch Medikamente unterdrückt werden, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird. Diese Immunsuppression könnte jedoch dazu führen, dass verbliebene Krebszellen im Körper extrem schnell wachsen.
Die medizinische Bewertung erfolgt stets individuell durch ein interdisziplinäres Transplantationsboard. Das Hauptziel bleibt immer, das Wohl des Patienten zu sichern und sicherzustellen, dass ein wertvolles Spenderorgan die bestmögliche Lebenserwartung und Lebensqualität ermöglicht.
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