Was ist das Futur II Passiv im Deutschen?
Das Futur II Passiv beschreibt eine Handlung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft bereits abgeschlossen sein wird. Obwohl dieser Zeitformus im Lateinischen eine besondere Rolle spielt, wird er im Deutschen ganz natürlich mit dem Futur II ausgedrückt.
Statt eines eigenen grammatikalischen Konstrukts wie im Lateinischen – zum Beispiel „missus erit“ – bilden wir im Deutschen das Futur II Passiv mit „werden“ + Partizip II + „worden sein“. Ein typisches Beispiel ist der Satz: „Ich werde geschickt worden sein.“ Klingt im ersten Moment etwas umständlich, kommt aber in schriftlichen oder formellen Zusammenhängen tatsächlich vor.
Stellen Sie sich eine Situation vor: Ein Befehl wird gegeben, und bis zum Ende einer bestimmten Frist soll alles erledigt sein. Dann könnte man sagen: „Bis morgen um 18 Uhr werde ich informiert worden sein.“ Die Handlung – informiert werden – liegt dann zeitlich vor einer anderen zukünftigen Referenz – dem Zeitpunkt morgen um 18 Uhr.
Das Futur II Passiv begegnet uns vor allem in der indirekten Rede, in juristischen Texten oder bei genauen zeitlichen Planungen. In der gesprochenen Sprache wird es seltener verwendet – meist reicht die Gegenwart oder das Perfekt aus. Doch wer sprachlich präzise sein möchte, nutzt diese Form, um klarzumachen: Etwas wird bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bereits geschehen sein – und das im Passiv.
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