Die Begrüßung eines orthodoxen Priesters

In der orthodoxen Kirche ist die Begegnung mit einem Priester oder Mönch von tiefem Respekt und geistlicher Verbundenheit geprägt. Wenn Gläubige einen Geistlichen treffen, ist es üblich, ihn um seinen Segen zu bitten, anstatt ihm einfach nur flüchtig die Hand zu reichen. Dieser Brauch drückt die Ehrerbietung gegenüber dem Amt und der damit verbundenen Gnade Gottes aus.

Bei der traditionalistischen Form der Begrüßung verneigt man sich leicht und legt die Hände mit den Handflächen nach oben übereinander. Dazu spricht man gewöhnlich die Bitte: „Segnen Sie, Vater!“ Der Priester zeichnet daraufhin das Kreuzzeichen über dem Gläubigen und legt seine Hand in dessen Hände. Als Zeichen des Dankes und des Respekts küsst der Gläubige anschließend die Hand des Geistlichen. Für westliche Besucher mag dieser Handkuss auf den ersten Blick ungewohnt oder gar fremd erscheinen. In Orten wie der heiligen Mönchsrepublik Athos ist dieses Ritual jedoch fester Bestandteil des Alltags und bildet selbst unter den Mönchen die ganz alltägliche Art der feierlichen wie auch herzlichen Begrüßung.

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