Wie erkennt man, ob Leinöl trocken ist?

Wer mit Holz arbeitet, kennt das: Nach dem Auftragen von Leinöl wartet man gespannt, bis die Oberfläche endlich trocken ist. Doch die Trocknungszeit hängt stark davon ab, um welche Art von Leinöl es sich handelt. Gekochtes Leinöl ist die schnellere Variante – meist ist es nach zwei bis drei Tagen soweit, dass man weiterarbeiten kann. Es eignet sich besonders gut für Möbel oder Fußböden, bei denen eine zügige Bearbeitung wichtig ist.

Ganz anders verhält es sich mit rohem Leinöl. Dieses benötigt oft eine bis zwei Wochen, bis es richtig durchgetrocknet ist. Wer hier zu früh weiterarbeitet, riskiert eine klebrige Oberfläche oder ungleichmäßige Härte. Besonders ärgerlich, wenn man schon dachte, das Öl sei fertig.

Die Umgebung spielt eine große Rolle. Leinöl trocknet am besten bei warmer, trockener Luft. Ein zu feuchter oder zu kalter Raum verlängert die Wartezeit unnötig. Wer sicher gehen will, sollte ein Thermometer und ein Hygrometer zur Hand haben. Beide Geräte helfen, die Bedingungen optimal einzustellen – ideal sind Temperaturen um die 20 bis 25 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit unter 60 Prozent.

Am Ende ist ein wenig Geduld gefragt. Wenn die Oberfläche nicht mehr fettig anfühlt und keine Spuren hinterlässt, wenn man leicht darüber streicht, ist das Leinöl mit großer Wahrscheinlichkeit trocken. Wer unsicher ist, wartet besser einen Tag länger – lieber etwas vorsichtig als zu hastig.

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