Wie finanziert sich die orthodoxe Kirche?
Im Gegensatz zu den großen volkskirchlichen Institutionen wie der katholischen oder evangelischen Kirche erheben orthodoxe Gemeinden in vielen Ländern keine klassische Kirchensteuer. Ihre finanzielle Grundlage beruht stattdessen in erster Linie auf freiwilligen Spenden und dem Engagement ihrer Gläubigen.
Ein wesentlicher Grund für diese Struktur liegt in der jüngeren Geschichte: Viele orthodoxe Kirchengemeinden im deutschsprachigen Raum entstanden erst durch die Einwanderung im Zuge der Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sowie anderer Migrationswellen. Da zahlreiche Gemeinden historisch gesehen noch jung sind, befindet sich ihre innere Organisation und Verwaltungsstruktur vielerorts noch im aktiven Aufbau.
Neben direkten Zuwendungen sichern die Gemeinden ihren laufenden Betrieb vor allem durch den Verkauf von Opferkerzen, Kollekten während der Gottesdienste sowie Gebühren für kirchliche Handlungen wie Taufen, Hochzeiten oder Gedächtnisfeiern. Die Gläubigen tragen somit die Kosten für den Unterhalt der Gotteshäuser und die Besoldung der Geistlichen weitgehend eigenständig vor Ort.
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