Die Geschichte des akademischen Grades „Bachelor“

Heute ist der Bachelorabschluss eine gängige akademische Qualifikation, die den Einstieg in ein Studium bildet. Doch das war nicht immer so. Früher, vor der Umstellung auf das sogenannte Bologna-System, gab es in Deutschland und anderen europäischen Ländern andere Bezeichnungen für erste akademische Grade.

Der heutige „Bachelor“ hat seinen Ursprung im lateinischen Begriff Bakkalaurea beziehungsweise Bakkalaureus, eine alte Form des ersten akademischen Abschlusses. Dieser Titel wurde im traditionellen dreigliedrigen System verwendet, das vor allem in Deutschland bis Anfang der 2000er Jahre gültig war. In diesem System starteten Studierende direkt mit dem Ziel eines Diploms oder Magisters – Abschlüsse, die in der Regel fünf Jahre dauerten.

Die Reform im Zuge des Bologna-Prozesses, der 1999 eingeleitet wurde, führte jedoch zu einer grundlegenden Umstrukturierung der europäischen Hochschullandschaft. Mit dem Ziel der besseren Vergleichbarkeit von Abschlüssen wurde das dreistufige System aus Bachelor, Master und Promotion eingeführt. Ab dem 10. Juni 2006 wurde der akademische Grad „Bachelor“ in Deutschland offiziell verankert.

Personen, die vor diesem Zeitpunkt den alten Titel „Bakk.“ erworben hatten, behielten ihre Abschlüsse – sie wurden nicht automatisch in „Bachelor“ umgewandelt. Dennoch markiert der Bachelor heute einen wichtigen Schritt im akademischen Werdegang: Er ist der erste eigenständige Abschluss an der Hochschule und ermöglicht entweder den direkten Berufseinstieg oder den Weiterweg zum Master.

So hat sich nicht nur der Name, sondern auch das Studiensystem gewandelt – moderner, klarer und internationaler.

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