Ikonen: Die heiligen Bilder der orthodoxen Kirche
In der orthodoxen Kirche spielen ganz besondere Kunstwerke eine zentrale Rolle im Glaubensleben: die Ikonen. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort für Bild oder Abbild ab. Doch Ikonen unterscheiden sich grundlegend von westlichen christlichen Gemälden. Für Gläubige sind sie keine bloße Dekoration oder künstlerische Interpretation, sondern gelten als Fenster zur Ewigkeit, die eine erfahrbare Verbindung zur spirituellen Welt herstellen.
Auf den Holztafeln werden überwiegend Jesus Christus, die Gottesmutter Maria, Heilige sowie fundamentale biblische Szenen dargestellt. Charakteristisch ist die oft stereotype und zeitlose Bildsprache. Diese Strenge ist vollkommen bewusst gewählt: Nach kirchlicher Überlieferung reichen die Motive auf die ersten christlichen Gemeinden zurück. Durch das genaue Befolgen fester malerischer Kanons soll die Glaubenslehre unverfälscht über die Jahrhunderte hinweg bewahrt werden.
Auch im religiösen Alltag nehmen Ikonen einen festen Platz ein. In orthodoxen Gotteshäusern schmücken sie die charakteristische Bildwand zwischen Altarraum und Gemeinde, die sogenannte Ikonostase. Ebenso finden sie sich in fast jedem orthodoxen Haushalt in einer eigenen Gebetsecke. Ikonen werden von den Gläubigen tief verehrt, wobei die Ehrerbietung nicht dem Holz und den Farben gilt, sondern stets der dargestellten heiligen Person.
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