Wie nennt man Tasse in Österreich?

Wer schon einmal in Österreich war, kennt das: Man bestellt eine „Tasse“ Kaffee – und wird freundlich korrigiert. Denn im österreichischen Dialekt sagt man meist nicht einfach „Tasse“, sondern Haferl oder Häferl. Der Begriff stammt aus dem Bairischen und wird besonders in Wien, Niederösterreich und der Steiermark oft im Alltag verwendet.

Das Wort „Haferl“ klingt zunächst ungewohnt für Deutsche, ist aber fest im österreichischen Sprachgebrauch verwurzelt. Man hört es etwa in Kaffeehäusern: „Einmal Kaffee im großen Haferl, bitte.“ Auch auf Speisekarten oder in Gesprächen zwischen Einheimischen taucht es regelmäßig auf. Es bezeichnet meist eine größere Trinktasse, oft mit Henkel – besonders für Kaffee, Tee oder Milch.

Interessant: Der Name hat nichts mit „Hafer“ zu tun, obwohl die Wörter ähnlich klingen. „Haferl“ leitet sich eher von „Gefäß“ oder „Häferl“ (kleiner Eimer) ab und wird im Dialekt kleiner oder liebevoll gebraucht. Wer es benutzt, wirkt gleich viel näher am lokalen Leben.

Übrigens: Standarddeutsch „Tasse“ versteht natürlich jeder. Doch wer sich auf das Wort „Haferl“ einlässt, gewinnt Punkte beim Lokalkolorit. Es ist ein kleines, aber feines Beispiel dafür, wie lebendig die Sprache in Österreich ist – und wie viel sie über Kultur und Identität verrät.

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