Wie wird das Korsakow-Syndrom erkannt?

Das Korsakow-Syndrom ist eine schwere neurologische Erkrankung, die meist im fortgeschrittenen Stadium eines chronischen Thiaminmangels – also eines Mangels an Vitamin B1 – auftritt. Besonders häufig betrifft es Menschen mit langjährigem Alkoholmissbrauch, da Alkohol die Aufnahme von Vitamin B1 im Körper beeinträchtigt und oft mit einer mangelhaften Ernährung einhergeht.

Die Diagnose erfolgt in der Regel als klinische Verdachtsdiagnose, das heißt, sie basiert nicht auf einem einzelnen Test, sondern auf einem Muster aus Anamnese, Symptomen und Risikofaktoren. Der Arzt befragt dabei oft auch Angehörige, da Betroffene aufgrund ihres Gedächtnisproblems eigene Erlebnisse oft nicht korrekt wiedergeben können.

Typische Anzeichen sind massive Erinnerungslücken, vor allem für neu Gelerntes (anterograde Amnesie), aber auch für vergangene Ereignisse (retrograde Amnesie). Auffällig ist oft auch die sogenannte Konfabulation – Betroffene erfinden unbewusst Geschichten, um Gedächtnislücken zu füllen.

Bei der neurologischen Untersuchung prüft der Arzt unter anderem die Gedächtnisleistung, die Koordination und die Gang- und Standsicherheit. Störungen hier können auf eine Schädigung des Gehirns hindeuten, besonders im Bereich des Thalamus und des Hippocampus – Regionen, die für das Gedächtnis wichtig sind.

Obwohl bildgebende Verfahren wie eine MRT manchmal Hinweise liefern, bleibt die Diagnose vor allem klinisch. Wichtig ist eine schnelle Erkennung, denn eine frühzeitige Gabe von Vitamin B1 kann das Fortschreiten der Erkrankung zumindest verlangsamen oder stoppen.

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