Wie lang war ein Tag in der Vergangenheit?

Heute dauert ein Tag exakt 24 Stunden – doch das war nicht immer so. In der fernen Vergangenheit der Erde war ein Tag deutlich kürzer. Vor rund 1,4 Milliarden Jahren, lange bevor komplexe Lebewesen existierten, währte ein einziger Umlauf der Erde um ihre eigene Achse nur etwa 18 Stunden und 41 Minuten. Diese Erkenntnis stammt aus wissenschaftlichen Berechnungen aus dem Jahr 2018, die auf geologischen Ablagerungen und astronomischen Modellen basieren.

Die Erde dreht sich langsamer

Die Erde verlangsamt ihre Drehung im Laufe der Zeit – hauptsächlich aufgrund der Gezeitenkräfte, die der Mond auf unseren Planeten ausübt. Diese Wechselwirkung führt dazu, dass die Tage allmählich länger werden. Vor Jahrmilliarden, als die Erdrotation noch schneller war, raste der Planet in kürzerer Zeit um sich selbst. Damals bedeutete ein „Tag“ also etwas völlig anderes als heute.

Interessanterweise ist dieser Prozess extrem langsam: Aktuell verlängert sich die Tagesdauer um etwa 1,7 Millisekunden pro Jahrhundert. Obwohl das kaum spürbar ist, summieren sich diese Bruchteile über Millionen von Jahren. Früher hatten Tiere und Pflanzen also weniger Zeit pro Tag, sich an Licht und Dunkelheit anzupassen – ein faszinierender Gedanke, wenn man bedenkt, wie sehr unser Leben heute vom 24-Stunden-Rhythmus geprägt ist.

Die Geschichte des Tages ist also auch eine Geschichte der Veränderung – ein Beweis dafür, dass selbst scheinbar feste Größen wie die Länge eines Tages im Lauf der Erdgeschichte wandelbar sind.

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