Wie lange sollte man lesen üben?
Lesen lernen ist ein wichtiger Meilenstein in der Grundschulzeit. Ab dem zweiten Halbjahr der 1. Klasse hat es sich bewährt, wenn Kinder täglich etwa 10 Minuten laut aus Erstlesebüchern vorlesen. Diese Phase hilft, Laute sicherer zu erkennen, das Verständnis zu fördern und das Gefühl für Sprache zu stärken. Eltern können dabei gut zuhören, korrigieren und motivieren.
Wenn Kinder eine Lesegeschwindigkeit von etwa 60 bis 80 Wörtern pro Minute erreichen, wechseln sie meist von selbst zum stillen Lesen. Das ist ein gutes Zeichen – es bedeutet, dass das Entziffern immer flüssiger wird. Ab dann ist es sinnvoll, täglich 20 bis 30 Minuten in Büchern mit weniger Bildern und mehr Text zu lesen (Lesestufe 2–3). Solche Bücher fordern das Denken stärker heraus und erweitern den Wortschatz.
Wichtig ist, dass das Lesen Spaß macht. Zwang bringt wenig. Besser: gemeinsam eine gemütliche Lesezeit einrichten – zum Beispiel vor dem Schlafengehen oder nachmittags mit einem Tee. Auch das Vorlesen durch Erwachsene bleibt wertvoll, denn es zeigt, wie Sprache klingt, und regt zum Nachahmen an.
Letztlich geht es nicht nur um Dauer, sondern um Regelmäßigkeit und Freude am Geschichtenerleben. Ob laut oder leise – Hauptsache, das Kind taucht ein in neue Welten und findet Freude am Lesen.
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