Plötzliche Schmerzen im Hoden – Was tun bei Verdacht auf Torsion?

Die Hodentorsion, umgangssprachlich auch „verdrehte Eier“ genannt, ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Behandlung erfordert. Sie entsteht, wenn sich der Hoden in der Hodenmanschette verdreht – meist ohne äußere Verletzung. Das unterbricht die Blutversorgung und kann innerhalb kurzer Zeit zum Gewebeabbau führen, wenn nicht schnell eingegriffen wird.

Das Hauptsymptom ist plötzlich einsetzender, starker Schmerz in einem Hoden, der sich meist innerhalb weniger Minuten verschlimmert. Oft steigt der Schmerz kontinuierlich an und lässt sich nicht durch übliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern. Begleiterscheinungen können Übelkeit, Erbrechen und eine erhöhte Temperatur sein.

Ein charakteristisches Zeichen ist der Hodenhochstand: Der betroffene Hoden liegt höher als normal oder wird sogar nach oben gezogen. Die Hodenschwellung tritt meist etwas später auf, jedoch beginnt die Schwellung oft direkt im Bereich des Samenstrangs. Auffällig ist auch, dass der Schmerz meist einseitig auftritt – also nur einen Hoden betrifft.

Die Hodentorsion tritt besonders bei jungen Männern zwischen 12 und 25 Jahren auf, ist aber auch bei Säuglingen oder älteren Männern möglich. Da die Symptome mit einer Hodenentzündung verwechselt werden können, ist eine schnelle Diagnose im Krankenhaus entscheidend. Dort wird meist ein Ultraschall durchgeführt, um die Durchblutung zu prüfen.

Wichtig: Bei Verdacht auf Hodentorsion sollte sofort ein Arzt aufgesucht oder der Notruf gewählt werden. Je schneller operiert wird, desto größer ist die Chance, den Hoden zu retten. Ab dem Zeitpunkt des Schmerzbeginns sollte die Behandlung idealerweise innerhalb von sechs Stunden erfolgen.

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