Wird die Erde jemals aufhören, sich zu drehen?

Die Vorstellung, dass die Erde irgendwann einfach aufhört, sich zu drehen, klingt nach einem Szenario aus einem Actionfilm – doch in der Realität ist das äußerst unwahrscheinlich. Tatsächlich verlangsamt sich die Erdrotation, aber so schleichend, dass es praktisch keine Rolle für uns spielt.

Der Grund für diese Verlangsamung liegt in den Gezeitenkräften des Mondes. Der Mond zieht mit seiner Schwerkraft an der Erde und bremst sie dabei ganz leicht aus – vor allem über die Bewegung der Ozeane. Astronom:innen schätzen, dass die Erde dadurch alle 50.000 Jahre um etwa eine Sekunde langsamer wird. Das bedeutet: Nach Jahrtausenden wird ein Tag minimal länger, aber nichts, was wir im Alltag bemerken würden.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Verlangsamung kontinuierlich, aber extrem langsam geschieht. Selbst in mehreren Millionen Jahren wird die Erde weiterhin rotieren. Ein vollständiges „Stillstehen“ der Erde, wie man es manchmal in Science-Fiction-Geschichten liest, wird nach heutigem wissenschaftlichen Verständnis niemals eintreten.

Stattdessen könnte langfristig etwas anderes passieren: Ähnlich wie der Mond der Erde immer dieselbe Seite zeigt, könnte die Erde eines Tages dem Mond immer dieselbe Seite zuwenden – ein Zustand, der als „gezeitengekoppelt“ bezeichnet wird. Doch auch das liegt in so ferner Zukunft, dass es für die Menschheit keine Relevanz hat.

Also nein – die Erde wird nicht aufhören, sich zu drehen. Wir können uns weiter auf Sonnenaufgänge und -untergänge verlassen, solange unser Planet existiert.

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