Was passiert, wenn die Erde plötzlich stehen bleibt?

Stellen Sie sich vor: Die Erde hört schlagartig auf, sich zu drehen. Klingt abstrakt? Die Folgen wären es allemal. Aufgrund der Trägheit würden alle Objekte an der Oberfläche – Menschen, Tiere, Bäume, Autos – mit der bisherigen Rotationsgeschwindigkeit weiter nach Osten geschleudert. In Äquatornähe beträgt diese Geschwindigkeit etwa 1.670 Kilometer pro Stunde. Wer darauf steht, würde wie bei einem unfassbaren Autunfall davongewirbelt.

Das Trägheitsgesetz macht's möglich: Körper in Bewegung bleiben in Bewegung, solange keine Kraft sie bremst. Da die Erde plötzlich stillsteht, aber alles darauf „weitermacht“, entstünde eine apokalyptische Szenerie. Gebäude stürzen ein, Berge werden abgetragen, und die Ozeane? Sie würden als gigantische Welle ostwärts rauschen – ganze Kontinente unter Wasser setzten.

Doch selbst wenn man den Aufprall überleben könnte, bliebe die Welt verwandelt. Eine Hälfte der Erde läge in ewiger Sonne, die andere in eisiger Dunkelheit. Stürme mit nie gekannten Windgeschwindigkeiten könnten toben, das Klima kollabieren. Die Drehung der Erde sorgt schließlich auch für das Magnetfeld, das uns vor tödlicher Sonnenstrahlung schützt. Hört sie auf, könnte diese Abschirmung schwächer werden.

Glücklicherweise verlangsamt sich die Erdrotation nur ganz minimal – durch den Mond und Gezeiten. Ein plötzlicher Stillstand gehört zum Glück in den Bereich der Science-Fiction. Aber er zeigt: Wir merken die Drehung nicht – doch ohne sie wäre die Erde lebensfeindlich.

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