Was ist Agoraphobie?
Agoraphobie ist mehr als nur eine einfache Angst vor offenen Räumen. Der Begriff kommt aus dem Altgriechischen: „agorá“ bedeutet „Marktplatz“ und „phóbos“ steht für „Furcht“. Zusammen beschreibt es also die Angst vor belebten, weiten oder schwer zu kontrollierenden Orten – wie etwa Bahnhöfen, Einkaufszentren oder vollen Straßen.
Erstmals wurde die Bezeichnung 1871 vom Berliner Neurologen und Psychiater Carl Westphal verwendet, der beobachtete, dass einige Patienten panische Angst verspürten, sobald sie sich in der Öffentlichkeit bewegten. Oft fürchteten sie, keine Fluchtmöglichkeit zu haben oder in einer peinlichen Situation zusammenzubrechen, aus der sie nicht mehr herauskämen.
Heute weiß man: Agoraphobie ist selten allein vorhanden. Sie tritt meist im Zusammenhang mit Panikstörungen auf. Viele Betroffene vermeiden deshalb Situationen, in denen sie sich ausgeliefert oder eingeengt fühlen – sei es im Gedränge, in der U-Bahn oder auf einer langen Brücke. Mit der Zeit kann dies dazu führen, dass sie ihr Zuhause kaum noch verlassen.
Seltener wird Agoraphobie auch als multiple Situationsphobie bezeichnet, weil die Angst vor mehreren bestimmten Situationen gleichzeitig besteht. Doch trotz der Herausforderungen ist die Erkrankung gut behandelbar – meist durch Psychotherapie, manchmal ergänzt durch Medikamente. Der erste Schritt ist oft der schwerste: Hilfe zu suchen.
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