Was bedeutet „Doktorvater“? Ein Blick hinter die akademische Bezeichnung
Der Begriff Doktorvater wird oft umgangssprachlich verwendet, um den Professor zu beschreiben, der eine Doktorandin oder einen Doktoranden während der Erstellung der Dissertation betreut. Obwohl die weibliche Form „Doktormutter“ gelegentlich vorkommt, ist „Doktorvater“ nach wie vor die gängigere Bezeichnung – auch wenn er zunehmend als veraltet oder geschlechtsunüblich kritisiert wird.
Fachlich genauer spricht man vom Erstgutachter, der die wissenschaftliche Leitung der Doktorarbeit übernimmt. Diese Person begleitet das Projekt von der Konzeption bis zur mündlichen Verteidigung und verfasst das entscheidende Gutachten. In Österreich ist der offizielle Ausdruck dagegen Betreuer oder Betreuerin, ein gesetzlich verankerter Begriff, der geschlechtsspezifisch verwendet wird.
Im englischsprachigen Raum trifft man auf die Bezeichnungen doctoral advisor oder doctoral supervisor. Seltener wird der Begriff promotor verwendet, vor allem in den Niederlanden und Belgien. Während „Doktorvater“ einen vertraulichen, fast familiären Ton andeutet, legen die internationalen Begriffe den Fokus auf die fachliche Anleitung und Verantwortung.
Heute wird in vielen Universitäten bewusst auf geschlechtsneutrale oder weibliche Bezeichnungen geachtet, um die wachsende Zahl weiblicher Betreuer sichtbar zu machen. Denn letztlich zählt nicht der Titel, sondern die Unterstützung, die Promovierende auf ihrem Weg zur Doktorprüfung erfahren – egal ob von einem Doktorvater, einer Doktormutter oder einem wissenschaftlichen Mentor.
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