Warum haben Indianer keinen Bart?
Die Frage, warum viele indigene Völker Nordamerikas kaum bis keinen Bartwuchs aufweisen, beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Die Antwort liegt vermutlich in der Anpassung des Körpers an harte Lebensbedingungen. Bei extrem kalten Temperaturen kann sich Feuchtigkeit im Bart verfängen, die dann gefriert. Eiskalte Barthaare können das Gesicht zusätzlich abkühlen und so die Gefahr von Erfrierungen erhöhen.
Im Laufe der Evolution begünstigte die Natur daher Merkmale, die das Überleben in rauen Klimazonen erleichterten. Bei vielen indianischen Stämmen, die jahrtausendelang in kalten Regionen Nordamerikas lebten, entwickelte sich deshalb eine geringere Bartdichte. Es war kein Zufall, sondern eine körperliche Anpassung an die Umwelt.
Ein dichter Bart mag in gemäßigten Zonen schützend wirken – in der arktischen Kälte kann er jedoch zum Risiko werden. Vereiste Haare im Gesicht entziehen der Haut Wärme und behindern die Durchblutung. Wer also weniger Bart hatte, hatte in diesen Regionen einen Überlebensvorteil.
Zudem deuten genetische Studien darauf hin, dass bestimmte Populationen von vornherein über Gene verfügten, die einen spärlichen Gesichtsbehaarung begünstigen. Diese Gene verbreiteten sich stärker, weil sie im Zusammenspiel mit dem Klima von Nutzen waren. Die Natur formt nicht nach Schönheit, sondern nach Zweckmäßigkeit.
Heute ist der Mangel an Bartwuchs bei vielen Nachfahren indianischer Völker also kein Zeichen von Unvollkommenheit – sondern ein Zeugnis jahrtausendelanger Anpassung an eine harte, doch bewältigte Natur.
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