Was bedeutet es, wenn jemand unaufhörlich redet?
Manchmal fällt es auf, wenn eine Person fast nicht mehr aufhört zu reden – der Redefluss scheint unendlich, die Worte kommen schnell und oft ohne Punkt und Strich. In der Psychiatrie spricht man dann von einer Logorrhoe. Dabei handelt es sich nicht einfach nur um geselliges Geschwätz, sondern um eine krankhafte Form des Rededrangs, bei der der Sprechende kaum noch anhalten kann.
Logorrhoe kommt oft bei bestimmten psychischen Erkrankungen vor, etwa bei manischen Episoden der bipolaren Störung oder Schizophrenie. Der Betroffene spricht dann oft in einem rasanten Tempo, wechselt abrupt das Thema oder verliert den Faden, ohne es zu bemerken. Andere haben Schwierigkeiten, ins Gespräch zu kommen – nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil es schlicht keinen Raum dafür gibt.
Interessant ist: Der Begriff stammt aus dem Griechischen – „logos“ für Wort und „rhoia“ für Fluss – also wörtlich „Wortfluss“. Doch bei einer pathologischen Logorrhoe ist dieser Fluss eher ein reißender Strom. Es geht nicht um Kritik an gesprächigen Menschen, sondern um ein medizinisches Phänomen, das Leid verursachen kann.
Wer viel redet, ist deshalb natürlich nicht gleich krank. Manche Menschen sind einfach lebhaft, ausdrucksstark und lieben die Kommunikation. Doch wenn das Reden zur Belastung wird – für den Sprechenden wie für die Umgebung – kann es ein Zeichen dafür sein, dass professionelle Hilfe sinnvoll wäre.
Logorrhoe ist kein Schimpfwort, sondern ein Hinweis – darauf, dass hinter dem vielen Reden manchmal Stille, Verwirrung oder innere Unruhe stecken können.
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