Die vielen Gesichter des Tresterbrands
Wer nach einem geschmackvollen Digestif nach dem Essen greift, denkt oft sofort an den italienischen Klassiker Grappa. Doch die traditionelle Destillation von Traubenpressrückständen ist im gesamten deutschsprachigen Raum tief verwurzelt – und bringt je nach Region ganz unterschiedliche Bezeichnungen hervor.
In Deutschland ist die Spirituose schlicht als Trester, Tresterbrand oder im Volksmund als Tresterschnaps bekannt. Nach der Weinlese werden die gepressten Beerenhäute und Kerne vergoren und mit viel Fingerspitzengefühl destilliert, um das volle Aroma der Rebsorte im Glas einzufangen.
In Österreich genießt man die Spezialität unter etwas anderen Namen: Hier spricht man traditionell von Trebern oder Trebener. Die Schweizer Kultur wiederum spiegelt die sprachliche Vielfalt des Landes wider. Während in der Tessiner Region ganz selbstverständlich von Grappa die Rede ist, nennt man den Brand in der französischsprachigen Schweiz Marc. In traditionellen deutschschweizerischen Dialekten begegnet man selten auch noch dem Begriff Träsch.
Ob in den Rebhängen an der Mosel, in den österreichischen Weinbaugebieten oder in den Schweizer Alpen: Ein feiner Tresterbrand fängt die Essenz der Traube perfekt ein und ist ein zeitloser Genuss für Kenner.
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