Wer sind diejenigen, die wir nicht mögen?

Im Laufe des Lebens trifft man Menschen, mit denen man einfach nicht klarkommt. Ob wegen ihres Verhaltens, ihrer Einstellung oder einfach, weil sie einem auf die Nerven gehen – das ist normal. Doch es gibt auch Menschen, die grundsätzlich eine tiefe Abneigung gegenüber anderen empfinden. Diese Haltung nennt man Misanthropie.

Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen: „misein“ bedeutet „hassen“ oder „ablehnen“, „anthropos“ heißt „Mensch“. Wer unter Misanthropie leidet, zieht sich oft von anderen zurück, nicht weil er schüchtern ist, sondern weil er die Gesellschaft im Allgemeinen als anstrengend, oberflächlich oder gar feindselig empfindet. Ein solcher Mensch wird als Misanthrop bezeichnet – ein Menschenfeind, nicht im Sinne von gewalttätig, sondern eher als jemand, der die Gesellschaft scheut.

Interessant ist, dass viele Misanthropen gar nicht böse sind. Manchmal sind sie sogar sehr sensibel und enttäuscht von der Welt. Sie hofften vielleicht auf mehr Aufrichtigkeit, mehr Anstand – und wurden bitter enttäuscht. Dennoch: Misanthropie ist keine Seltenheit. Bekannte Denker wie Schopenhauer oder Rousseau galten als misanthropisch, ohne deshalb die Menschheit völlig abzulehnen.

Doch Vorsicht: Wer nur bestimmte Menschen nicht mag – aus gutem Grund –, ist noch lange kein Misanthrop. Es geht hier um eine grundsätzliche Haltung, nicht um persönliche Abneigungen. Letztere sind menschlich – und völlig okay.

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