Präpartale Kolostrumgewinnung: Wann und wie oft?

Während der späten Schwangerschaft fragen sich viele werdende Elternteile, ob und wie oft sie Kolostrum gewinnen sollten. Besonders bei bestimmten Vorerkrankungen wie einem Gestationsdiabetes oder bei erwarteten kindlichen Fehlbildungen – etwa einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte – wird oft empfohlen, vor der Geburt Kolostrum per Hand abzumelken.

In solchen Fällen ist es gängig, ab der 37. oder 38. Schwangerschaftswoche ein- bis zweimal täglich Kolostrum zu gewinnen. So kann bereits vor der Geburt eine kleine Menge des wertvollen Erstmilch-Sekrets gesammelt werden. Dies gibt Sicherheit, falls das Baby nach der Geburt Schwierigkeiten hat, direkt ausreichend zu trinken. Das gesammelte Kolostrum kann dann im Notfall verwendet werden, um das Neugeborene zu unterstützen.

Wichtig ist jedoch: Den richtigen Zeitpunkt und die Methode solltest Du unbedingt mit Deiner Still- oder Laktationsberaterin besprechen. Nicht jede Schwangerschaft eignet sich für eine vorzeitige Kolostrumgewinnung – bei Risiken wie drohender Frühgeburt könnte die Stimulierung der Brust zum Beispiel kontraproduktiv sein. Eine fachkundige Begleitung hilft, sicher und gut vorbereitet in die Stillzeit zu starten.

Die Gewinnung selbst erfolgt sanft per Hand: Kurze, regelmäßige Massagen der Brustwarzen können die Ausschüttung des Kolostrums fördern. Ein kleiner Spritzenkolben oder ein spezieller Kollektor hilft beim Auffangen. Die gesammelte Menge ist meist gering – doch schon wenige Milliliter sind für das Neugeborene von großem Wert.

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