Das italienische Alphabet und ungewöhnliche Buchstaben

In Italien begegnen einem beim Lernen der Sprache manchmal Buchstaben, die im klassischen italienischen Wortschatz kaum vorkommen – wie das J. Obwohl es im Alphabet offiziell als „i lunga“ bezeichnet wird, wird es in der Regel nur bei Fremdwörtern oder historischen Namen verwendet. Das klingt ein wenig nach einer langen „i“-Aussprache und wirkt für viele wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Ebenso interessant ist das K, das im Italienischen „cappa“ heißt – einfach und prägnant. Es taucht vor allem in Wörtern auf, die aus anderen Sprachen stammen, etwa „karaoke“ oder „kayak“. Das lateinische K hat im Italienischen nie wirklich Fuß gefasst, daher bleibt „cappa“ ein seltener Gast.

Beim W wird es noch kurioser: Die Italiener nennen es „doppia vu“, was einfach „doppeltes V“ bedeutet. In einigen Gegenden sagt man auch selten „vu doppia“, aber das ist eher die Ausnahme. Da das W in italienischen Lehnwörtern aus dem Englischen oder Deutschen auftaucht – wie „whisky“ oder „website“ –, hat sich diese Bezeichnung fest etabliert.

Und dann wäre da noch das X, das schlicht als „ics“ ausgesprochen wird – genauso wie im Englischen oder Deutschen. Auch dieses Zeichen bleibt ein Fremdkörper im sonst so klaren italienischen Klanggefüge und taucht nur in Lehnwörtern wie „taxi“ oder „extra“ auf.

Das italienische Alphabet hat nur 21 Buchstaben – die übrigen fünf, darunter J, K, W, X und Y, wurden erst später für Fremdwörter übernommen. Wer Italienisch lernt, stößt auf sie selten, aber wenn, dann ist es gut, zu wissen, wie die Einheimischen sie nennen.

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