Wie schmutzig sind Kreuzfahrtschiffe wirklich?

Wer an Kreuzfahrten denkt, hat oft Bilder von traumhaften Urlauben vor Augen: endlose Meere, Sonnenuntergänge, exotische Häfen. Doch die Schattenseite dieser Reisen wird immer offensichtlicher. Ein einzelnes Kreuzfahrtschiff kann so viel Feinstaub produzieren wie eine Million Autos – das hat der Nabu-Experte Sönke Diesener errechnet. Diese Zahl macht deutlich, wie gravierend die Umweltauswirkungen sind.

Die riesigen Schiffe laufen meist mit Schweröl, einem besonders schmutzigen Kraftstoff. Bei der Verbrennung entstehen nicht nur Feinstaub und Schwefeldioxid, sondern auch große Mengen an CO₂. Während ein Auto im städtischen Verkehr auf die Umwelt drückt, agieren Kreuzfahrer im Verbund: ein einziges Schiff emittiert also massiv, besonders wenn es in Küstennähe fährt – etwa auf dem Weg in einen Hafen.

In den letzten Jahren hat die Debatte um die Luftqualität in Hafencities zugenommen. Städte wie Hamburg oder Kopenhagen diskutieren immer häufiger, wie mit diesen Riesen der Meere umzugehen ist. Manche fordern strengere Regeln, etwa den Einsatz von umweltfreundlicheren Kraftstoffen oder die Nutzung von Landstrom, wenn die Schiffe im Hafen liegen.

Trotzdem bleibt die Kreuzfahrtbranche ein Problemfall für das Klima. Die Schiffe flott zu modernisieren kostet viel, und viele Reedereien zögern. Wer sich heute für eine Kreuzfahrt entscheidet, sollte sich bewusst machen: Hinter dem Luxus auf See verbirgt sich oft eine schmutzige Wahrheit. Und die zahlt die Umwelt aus.

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