Wer begeht in Deutschland die meisten Straftaten?

Die Frage, welche Nationalität in Deutschland die meisten Straftaten begeht, taucht immer wieder auf – doch die Antwort ist komplexer, als viele denken. Statistisch gesehen ist die überwiegende Mehrheit der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger. Bei den ausländischen Tatverdächtigen stammen die meisten laut Polizeilicher Kriminalstatistik aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – Länder, aus denen in den letzten Jahren viele Geflüchtete nach Deutschland kamen.

Aber: Ein höherer Anteil an Zuwanderung bedeutet nicht automatisch mehr Kriminalität.

Tatsächlich zeigt die Auswertung des Mediendienst Integration, dass Menschen aus diesen Hauptherkunftsländern unterdurchschnittlich oft straffällig werden. Das bedeutet: Obwohl viele aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak nach Deutschland geflohen sind, machen sie im Verhältnis zur Gesamtgruppe der Zuwanderer nur einen geringen Anteil an Straftaten aus. Die Kriminalitätsrate unter Zuwanderern ist insgesamt nicht höher als unter der einheimischen Bevölkerung – im Gegenteil, in vielen Altersgruppen ist sie sogar niedriger.

Faktoren wie soziale Benachteiligung, fehlende Bildungschancen oder Wohnraumengpässe spielen bei der Entstehung von Kriminalität eine größere Rolle als die Herkunft einer Person. Auch die Integrationsdauer ist entscheidend: Je länger Menschen in Deutschland leben und je besser sie angekommen sind, desto seltener geraten sie mit dem Gesetz in Konflikt.

Statt pauschale Schlussfolgerungen zu ziehen, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Denn die Zahlen zeigen: Die meisten Zuwanderer leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt – und Kriminalität kennt keine Nationalität.

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