Wie viel Alkohol enthält Grappa?

Grappa ist ein traditioneller italienischer Branntwein, der ursprünglich aus den bei der Weinherstellung anfallenden Pressrückständen – also Trester, Schalen und manchmal auch Kerne – gewonnen wird. Diese werden vergoren und anschließend destilliert, um einen klaren, intensiven Schnaps zu erzeugen.

Der Mindestalkoholgehalt für Grappa liegt bei 37,5 Volumenprozent, wie es gesetzlich in der Europäischen Union vorgeschrieben ist. Damit er überhaupt als „Grappa“ bezeichnet werden darf, muss er diese Schwelle erreichen. In der Praxis bewegen sich die meisten Sorten zwischen 30 und 48 Vol.-% – wobei die untere Grenze eher auf veraltete oder regionale Spezialitäten hinweisen könnte, während die stärkeren Varianten besonders bei jüngeren, fruchtigeren Grappas beliebt sind.

Die Alkoholstärke hängt stark von der Herkunft, der Rebsorte und der Art der Destillation ab. Junge, unverweilte Grappas wie der klassische Grappa Bianco liegen oft bei etwa 40 Vol.-% und werden kühl serviert, um ihre frische, aromatische Note voll entfalten zu lassen. Hingegen können ausgereifte, in Holz gereifte Sorten – wie der Grappa Riserva – etwas höheren Alkoholgehalt aufweisen und eine komplexere, wärmere Struktur bieten.

Ob als Digestif nach dem Essen oder als Basis für Cocktails – Grappa bleibt ein starker Begleiter mit Charakter. Wegen seines hohen Alkoholgehalts sollte er stets bewusst genossen werden, am besten in kleinen Schluckern und bei Zimmertemperatur oder leicht gekühlt, je nach Sorte.

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