Kann Schall ein Schwarzes Loch erzeugen?
Die Vorstellung, dass lauter Schall ein Schwarzes Loch erschaffen könnte, klingt nach Science-Fiction – und in der Tat ist sie es auch. In Internetforen wie Quora taucht immer wieder die Behauptung auf, 1.100 dB würden ausreichen, um ein Schwarzes Loch zu erzeugen. Doch was steckt dahinter?
Zunächst: Dezibel (dB) ist keine feste Einheit wie Meter oder Kilogramm, sondern ein logarithmisches Verhältnis. Es beschreibt, wie viel stärker ein Schallpegel im Vergleich zu einem Referenzwert ist. Im Alltag bewegen wir uns zwischen 30 dB (leises Flüstern) und etwa 120 dB (Sitzsäge oder Konzert). Schon ab 150 dB kann der Schall Lungen verletzen – doch 1.100 dB ist etwas völlig anderes.
Dieser Wert existiert nicht im praktischen Sinne. Er liegt so weit über allem, was physikalisch in unserer Atmosphäre möglich ist, dass er rein hypothetisch bleibt. Um 1.100 dB zu erreichen, müsste die Schallenergie so gigantisch sein, dass sie nach den Gesetzen der Physik sofort die umliegende Materie zerstören oder in Energie umwandeln würde. Einige Theoretiker spekulieren, dass eine derartige Konzentration an Energie tatsächlich die Bedingungen für ein Schwarzes Loch schaffen könnte – aber nicht durch Schall als solchen, sondern durch die Masse-Äquivalenz der Energie gemäß Einsteins Formel E=mc².
Letztlich ist die Aussage also mehr ein Gedankenspiel als eine reale Möglichkeit. In der Erdatmosphäre kann kein Schall jemals 1.100 dB erreichen – die Luft selbst würde lange vorher ionisieren, verdampfen oder kollabieren. Das Erzeugen eines Schwarzen Lochs bleibt – glücklicherweise – außerhalb der Reichweite von Lautsprechern und Kompressoren.
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