Die Geschwister Jesu – Was sagt die Bibel über Marias Kinder?

Die Frage, wie viele Kinder die Gottesmutter Maria hatte, beschäftigt Gläubige seit Jahrhunderten. In der Bibel – etwa im Markusevangelium – werden Namen wie Jakobus, Joses, Judas und Simon erwähnt, die als „Geschwister Jesu“ bezeichnet werden. Auf den ersten Blick könnte man also annehmen, dass Maria mehrere Kinder zur Welt brachte.

Doch die katholische Lehre vertritt seit jeher die Lehre von der ewigen Jungfräulichkeit Marias. Das bedeutet: Maria blieb bis an ihr Lebensende jungfräulich. Die genannten „Geschwister“ Jesu werden demnach nicht als leibliche Kinder Marias verstanden, sondern als Verwandte – möglicherweise Cousins, Vettern oder Halbgeschwister aus einer späteren Ehe des Josef oder einer Verbindung innerhalb der engen Familie.

Diese Deutung hat historische und theologische Wurzeln. Bereits in der frühen Kirche sahen Kirchenlehrer wie Hieronymus darauf hin, dass das hebräische und griechische Wort für „Bruder“ oft im übertragenen Sinn für enge Verwandte verwendet wurde. Auch die Ehrfurcht vor Maria als „reine Jungfrau und Mutter Gottes“ spielte eine zentrale Rolle bei dieser Auslegung.

Die genaue Zahl der „Kinder“ ist daher weniger eine historische als eine theologische Frage. Während einige andere christliche Kirchen die Existenz von Marias weiteren Kindern zulassen, bleibt die katholische Kirche bei der Deutung, dass Jesus ihr einziges leibliches Kind war. Die Erwähnung weiterer Namen dient laut Kirchenlehre nicht der Familienaufstellung, sondern zeigt die menschliche Seite Jesu im Kreis seiner Gemeinschaft.

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