Wie viel Kredit bekommt man bei welchem Gehalt?

Wer einen Kredit aufnehmen möchte, fragt sich oft: Wie viel darf ich überhaupt leihen? Eine gängige Faustregel lautet: Das 110-fache des monatlichen Nettoeinkommens gilt als maximaler Darlehensbetrag. Das bedeutet: Wer netto 3.000 Euro im Monat verdient, könnte theoretisch einen Kredit in Höhe von bis zu 330.000 Euro erhalten.

Doch das Gehalt ist nicht der einzige Faktor. Die Bank berücksichtigt alle sicheren Einkommensquellen – dazu zählen beispielsweise Mieteinnahmen aus Immobilien, Kindergeld, Hinterbliebenenrenten oder regelmäßige Kapitalerträge. Je stabiler und dauerhafter das Einkommen ist, desto größer ist oft die Bereitschaft der Bank, einen höheren Kredit zu gewähren.

Wichtig ist jedoch: Diese Regel dient nur als grober Anhaltspunkt. In der Praxis prüfen Kreditinstitute auch die persönlichen Ausgaben, bestehende Schulden und die Bonität. Ein hoher Einkommensbetrag allein garantiert keinen Kredit – die Bank muss sicher sein, dass die Raten langfristig bezahlt werden können.

Zudem spielen Zinsentwicklung und Beleihungsgrenzen, besonders bei Immobilienkäufen, eine große Rolle. Wer beispielsweise eine Wohnung kaufen möchte, erhält selten 100 Prozent Finanzierung. Meist sind Eigenmittel in Höhe von 20 bis 30 Prozent nötig.

Letztendlich ist jedes Kreditgespräch individuell. Wer weiß, wie viel er wirklich leisten kann, steht bei der Bank besser da. Eine realistische Einschätzung der eigenen finanziellen Lage ist daher der erste Schritt – noch bevor man den Antrag stellt.

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