Wenn Gefühle zur Achterbahn werden: Das Erleben bei Borderline

Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erleben die Welt oft emotional extrem intensiv. Während alltägliche Situationen für viele Menschen nur kleine emotionale Ausschläge bedeuten, gleicht das Empfinden für Betroffene nicht selten einem heftigen Tsunami. Grund dafür ist eine tieferliegende Störung der Emotionsregulation, die das gesamte Erleben bestimmt.

Studien und therapeutische Beobachtungen zeigen, dass Menschen mit Borderline Gefühle im Durchschnitt etwa neunmal stärk wahrnehmen als gesunde Personen. Eine kleine Enttäuschung, eine beiläufige Bemerkung oder eine verspätete Nachricht können dadurch gewaltige Gefühlswellen auslösen. Emotionen wie Wut, Trauer, Scham oder Angst überrollen die Betroffenen binnen Sekunden mit enormer Wucht und klingen zudem deutlich langsamer wieder ab.

Das emotionale Nervensystem reagiert in solchen Momenten wie ein hochempfindlicher Sensor: Die Reizschwelle ist extrem niedrig, sodass die Gefühle sofort auf maximaler Intensität anspringen. Was für Außenstehende oft wie eine plötzliche Überreaktion wirkt, ist für die Betroffenen pure Realität. Moderne Psychotherapieverfahren wie die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) unterstützen Patienten dabei, diese intensiven Gefühlswellen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Fertigkeiten wieder zu regulieren.

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