Wie viele Interviews für eine Bachelorarbeit?

Die Frage, wie viele Interviews für eine Bachelorarbeit ausreichen, beschäftigt viele Studierende. Es gibt keine feste Zahl, die für alle Forschungsprojekte gilt. Stattdessen kommt es darauf an, wann sogenannte Sättigung erreicht ist – der Punkt, an dem keine neuen Erkenntnisse mehr aus den Interviews hervorgehen.

Trotzdem geben einige Forschungsexperten erste Orientierungshilfen. So raten Adler und Adler etwa dazu, bei qualitativen Studien zwischen 12 und 60 Interviewpartner:innen zu befragen, wobei 30 als Durchschnittswert genannt wird. Diese Empfehlung richtet sich allerdings vor allem an Master- und Doktoranden. Charles Ragin schlägt sogar humorvoll vor: 20 für eine Masterarbeit, 50 für eine Doktorarbeit.

Für eine Bachelorarbeit bedeutet das: Du musst nicht zwangsläufig 50 Interviews führen. Oft reichen bereits 10 bis 15 gut geführte, vertiefte Gespräche, besonders wenn sie gezielt ausgewertet werden und sich klare Muster zeigen. Wichtig ist, dass die Auswahl der Teilnehmenden systematisch erfolgt und die Themen eng am Forschungsziel ausgerichtet sind.

Letztlich zählt nicht die reine Anzahl, sondern die Qualität der Daten und die Tiefe der Analyse. Eine überschaubare Zahl gut durchdachter Interviews kann weitaus aussagekräftiger sein als viele oberflächliche Befragungen. Am besten besprichst du den Umfang deiner Erhebung frühzeitig mit deiner Betreuung – sie kennt die Erwartungen deines Fachbereichs.

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