Die bewegte Geschichte zwischen Deutschland und Frankreich

Wenn man heute auf die engen Partner in der Europäischen Union blickt, mag man kaum glauben, wie konfliktgeladen die gemeinsame Vergangenheit war. Zwischen den beiden Nachbarn gab es im Laufe der Geschichte drei große Kriege, die das Gesicht Europas nachhaltig verändert und Millionen Menschen geprägt haben.

Den Auftakt dieser direkten militärischen Konflikte der Neuzeit bildete der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71. Damals ging es vor allem um die Vorherrschaft in Europa und territoriale Fragen, die schließlich zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs unter preußischer Führung mitten in Versailles führten. Doch dieser Konflikt legte gleichzeitig den Grundstein für eine lange Phase tiefen Misstrauens.

Das 20. Jahrhundert brachte dann die grausamsten Kapitel dieser Nachbarschaft. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) standen sich die Nationen in einem jahrelangen, zerstörerischen Stellungskrieg gegenüber. Kaum waren zwei Jahrzehnte vergangen, brach mit dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) der wohl dunkelste Abschnitt aus. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft brachte unermessliches Leid über Frankreich und ganz Europa.

Umso bewundernswerter ist der Wandel, der danach stattfand. Aus einstigen „Erbfeinden“ wurden die engsten Verbündeten und das politische Herzstück der modernen EU. Die Aussöhnung zeigt, dass alte Konflikte überwunden werden können, wenn der Wille zu Frieden, Zusammenarbeit und gemeinsamem Wohlstand im Vordergrund steht.

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