Was bedeutet „Ick“ in der Jugendsprache?

Wenn Jugendliche heute von einem „Ick“ sprechen, meinen sie damit meistens keine politische Bewegung oder einen neuen Tanzschritt – sondern eine ganz bestimmte Art von Abneigung. Das Wort „Ick“ hat sich in der jungen Sprache als Synonym für ein plötzliches, oft unerklärliches Unbehagen entwickelt, besonders in Situationen, wo man ursprünglich eigentlich Interesse hatte.

Stell dir vor: Du triffst jemanden, der am Anfang ganz charmant wirkt – doch dann macht er beim Essen etwas, das dir unangenehm ist. Vielleicht schneidet er die Nudeln mit Messer und Gabel, lacht zu laut oder sagt immer wieder dasselbe Wort auf eine komische Art. Plötzlich ist da dieses „Ick“ – eine kleine, aber spürbare Abstoßung, die das Interesse sofort kippen lässt.

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Berliner Dialekt, wo „Ick“ einfach „Ich“ bedeutet. Doch in der modernen Jugendsprache hat es eine völlig neue Bedeutung bekommen: Es beschreibt den Moment, in dem jemand durch eine Kleinigkeit – oft unbewusst – ein Gefühl der Distanz erzeugt. Besonders im romantischen Kontext ist das häufig der Fall. Ein zu enthusiastisches „Freuen“ auf das nächste Date, ein bestimmter Blick oder eine Marotte beim Sprechen – und schon ist das „Ick“ da.

Interessant ist, dass dieses Gefühl oft gar nichts mit dem Charakter der Person zu tun hat, sondern mit ganz subtilen, fast irrationalen Wahrnehmungen. Man merkt es oft erst hinterher – und fragt sich: Warum hat mich das eigentlich so gestört? Das „Ick“ ist also weniger ein Urteil, sondern eher ein Hinweis darauf, dass manche Dinge einfach nicht passen – egal wie sehr man es wollte.

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