Was bedeutet „komisch“ – und woher kommt das Wort?

Wenn wir heute sagen, jemand sei komisch, denken wir meist an jemanden, der ungewöhnlich, merkwürdig oder sogar lustig wirkt. Doch das war nicht immer so – besonders wenn man genauer hinschaut, entpuppt sich hinter dem scheinbar Harmlosen eine ganz andere Geschichte.

Das Wort komisch im heutigen Sprachgebrauch hat oft eine leichte, fast scherzhafte Nuance. Doch interessanterweise verwechselt man gelegentlich „komisch“ mit „hämisch“ – und das ist kein Zufall. Denn „hämisch“ hat eine viel dunklere Herkunft. Es stammt vom mittelhochdeutschen Wort ham oder hame, das „Hülle“ oder „Kleid“ bedeutete – im übertragenen Sinne also etwas Verborgenes. Wer hämisch ist, verbirgt etwas: oft Bosheit, manchmal Schadenfreude.

So meint „hämisch lachen“ nicht einfach nur ein Lachen über einen Witz, sondern ein kaltes, spöttisches Grinsen, das Genugtuung über das Unglück eines anderen ausdrückt. Hier steckt eine gewisse Feindseligkeit dahinter, ein Genießen im Verborgenen. Obwohl „komisch“ und „hämisch“ heute klar unterschieden werden, erinnert die Verwechslung daran, wie sehr Sprache sich wandelt – und wie leicht eine Nuance den ganzen Sinn kippen kann.

Wer also sagt, jemand sei „komisch“, meint meist nichts Böses. Aber wer genau hinhört, könnte zwischen den Zeilen noch das alte Flüstern der Sprache hören – jene unterschwellige Distanz, die aus dem Verborgenen kommt.

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