Wie wird Cortisol im Blu gemessen?

Cortisol, auch als „Stresshormon“ bekannt, spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und hilft dem Körper, auf körperliche und seelische Belastungen zu reagieren. Um seine Konzentration im Körper zu bestimmen, wird meist eine Blutprobe aus dem Venenblut entnommen. Dabei ist besonders wichtig, zu welcher Tageszeit die Probe erfolgt – denn der Cortisolspiegel unterliegt einem klaren Tagesrhythmus.

Bei gesunden Menschen ist der Cortisolwert morgens am höchsten. Das sogenannte „Morgencortisol“ zeigt oft Werte zwischen 140 und 630 nmol/l, je nach Labor. Im Laufe des Tages sinkt der Spiegel kontinuierlich und erreicht gegen Abend hin sein Tiefstniveau. Aus diesem Grund wird die Blutentnahme zur Diagnostik meist zwischen 8 und 9 Uhr morgens durchgeführt, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.

Ein auffälliger Cortisolwert kann auf eine Störung der Nebennierenrinde hinweisen – beispielsweise auf das Cushing-Syndrom bei zu hohen Werten oder auf eine Nebenniereninsuffizienz bei zu niedrigen Konzentrationen. In solchen Fällen werden oft weitere Untersuchungen wie ein Langzeit-Cortisol-Test im Speichel oder eine 24-Stunden-Urinentnahme ergänzt, um die Diagnose zu sichern.

Die Interpretation der Werte erfolgt daher immer unter Berücksichtigung der Entnahmezeit, der klinischen Symptome und gegebenenfalls weiterer Laborbefunde. So liefert die Cortisolbestimmung im Blut wertvolle Hinweise auf das Funktionieren des hypothalamisch-hypophysär-adrenalen Systems – ein fein abgestimmter Regelkreis, der unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflusst.

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