Ist Eifersucht eine Angststörung?
Viele Menschen halten Eifersucht für einen Beweis fester Zuneigung. In Wirklichkeit hat sie jedoch wenig mit wahrer Liebe zu tun. Psychologisch betrachtet ist Eifersucht vor allem ein Signal für eine tief sitzende Angst vor Liebesentzug. Je stärker die Eifersucht spürbar wird, desto größer ist die Befürchtung, von der Partnerin oder dem Partner verlassen zu werden. Doch bedeutet das automatisch, dass es sich um eine klinische Angststörung handelt?
Die Antwort lautet: Nicht zwingend. Eifersucht ist primär ein vielschichtiges Gefühl, das aus Unsicherheit, einem geringen Selbstwertgefühl und Verlustangst entsteht. Erst wenn diese Emotionen das eigene Leben und die Beziehung extrem belasten, spricht man von krankhafter oder pathologischer Eifersucht. In solchen Fällen treten oft starke Kontrollzwänge auf, die eng mit Angststörungen oder Zwangsstörungen verwoben sein können.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Normale Eifersucht ist zwar schmerzhaft, aber keine eigenständige Krankheit. Erst wenn die Verlustangst den Alltag dominiert und rationalen Begründungen unzugänglich wird, nimmt sie Krankheitswert an. Wer lernt, das eigene Selbstvertrauen zu stärken, verliert meist auch die lähmende Angst vor dem Verlassenwerden.
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