Wie eine Bienenkönigin zur Königin wird

Die Paarung einer jungen Bienenkönigin ist ein faszinierender, flüchtiger Moment im Leben des Bienenvolks. Sie findet nicht im Stock statt, sondern hoch in der Luft – während des sogenannten Begattungsflugs. In den ersten Wochen ihres Erwachsenenlebens hat die unbegattete Königin nur ein enges Zeitfenster, um sich mit mehreren Drohnen zu paaren, die aus verschiedenen Völkern stammen.

Die Paarung erfolgt im Flug, oft mehrere Male an verschiedenen Tagen. Dabei nimmt die Königin Spermien von bis zu zwölf Drohnen auf. Diese speichert sie in einem speziellen Organ namens Spermatheka – und zwar bis zu sechs Millionen Spermien. Diese lebenswichtige Reserve reicht ihr für die nächsten 2 bis 7 Jahre, in denen sie täglich hunderte Eier legt.

Die Auswahl der Spermien ist dabei keineswegs zufällig. Die Königin entscheidet, ob sie ein Ei befruchtet (aus dem dann eine Arbeitsbiene oder eine neue Königin wird) oder unbefruchtet lässt (was eine männliche Drohne hervorbringt). Auf diese Weise bestimmt sie aktiv die Zukunft ihres Volkes.

Einmal begattet, kehrt die Königin in den Stock zurück – und verlässt ihn danach nur noch selten, etwa beim Schwärmen. Die Drohnen dagegen sterben nach der Paarung, da der Fortpflanzungsakt für sie tödlich endet. So sichert die Natur die genetische Vielfalt und Stärke des Bienenvolks – eine wahre Meisterleistung der Evolution.

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