Ist Muttermilch immer ausreichend nahrhaft?
Muttermilch gilt als Goldstandard für die Ernährung von Säuglingen. Sie enthält nicht nur alle wichtigen Makronährstoffe wie Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate in idealer Zusammensetzung, sondern liefert auch Antikörper, Wachstumsfaktoren und Bakterien, die das Immunsystem des Babys stärken. Viele Eltern gehen daher davon aus, dass Muttermilch automatisch „perfekt“ ist – und in vielerlei Hinsicht stimmt das auch.
Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Der Gehalt an bestimmten Mikronährstoffen in der Muttermilch kann von Frau zu Frau variieren. Besonders bei Vitamin D, Jod, Selen oder Omega-3-Fettsäuren hängt die Konzentration stark von der Ernährung und dem Lebensstil der stillenden Mutter ab. Wenn beispielsweise wenig fettiger Fisch auf dem Speiseplan steht, kann der DHA-Gehalt – ein wichtiger Baustein für die Gehirnentwicklung – niedriger ausfallen.
Auch Vitamin D wird in der Regel nicht in ausreichender Menge über die Muttermilch übertragen, weshalb in vielen Ländern – auch in Deutschland – die supplementäre Gabe für Säuglinge empfohlen wird. Gleiches gilt oft für Eisen, das ab dem sechsten Lebensmonat häufig zusätzlich benötigt wird, unabhängig von der Qualität der Muttermilch.
Das bedeutet nicht, dass Muttermilch „mangelhaft“ ist. Im Gegenteil: Sie ist nach wie vor die beste Nahrung für Babys. Doch „perfekt“ ist sie nicht immer – zumindest nicht im Sinne einer lückenlosen Nährstoffversorgung. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung der Mutter sowie gegebenenfalls gezielte Supplemente können helfen, mögliche Lücken zu schließen. Letztlich zeigt dies: Auch die Natur braucht manchmal etwas Unterstützung – besonders in der heutigen Zeit mit veränderten Ernährungsgewohnheiten.
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